Innenausbau: Arbeiten dauern länger als erwartet, auch durch Wintereinbruch – Familie Ari nimmt es gelassen
Rund 300 Bauplätze stehen im Baugebiet Blauer See in Königstädten zur Verfügung, mindestens 1000 Menschen können neu angesiedelt werden. Den Traum von den eigenen vier Wänden werden sich dort auch Melanie (33) und Cem Ari (33) mit Töchterchen Liya (5 erfüllen. Bei diesem »Abenteuer Hausbau« begleitet das ECHO die junge Familie von der Auswahl des Grundstücks bis zum Einzug in das Eigenheim und berichtet in lockerer Folge darüber. Gleichzeitig gibt ein Baufachanwalt Tipps.
Aus dem festgesetzten Ziel, Weihnachten mit der ganzen Familie im eigenen Haus in der Philipp-Völker-Straße zu feiern, wird nichts, zumindest nicht in diesem Jahr. Das Haus des Ehepaares Melanie und Cem Ari ist noch eine Baustelle. Der Innenausbau dauert deutlich länger als gedacht. Aber das junge Paar nimmt es gelassen: »Wir haben ja noch die schöne Wohnung im Haus der Schwiegereltern und stehen daher nicht unter Druck«, sagt Melanie Ari.
Ehemann Cem ist Perfektionist und steht dazu. »Alles soll zu 180 Prozent perfekt sein, und das dauert dann eben länger«, erklärt der Flugzeugmechaniker, der am Flughafen arbeitet. Sämtliche Überstunden und freien Tage, die durch die Schichtarbeit anfallen, verbringt er seit Monaten auf der Baustelle.
Der unerwartet frühe Wintereinbruch bremst ihn jetzt in seinem Tatendrang. Die Dämmung an der Fassade konnte zwar noch rechtzeitig angebracht werden, aber die weiteren Schritte sind derzeit nicht möglich. Die Kleberschicht, mit der Unebenheiten der Dämmplatten ausgeglichen und diese versiegelt werden, kann nicht aufgebracht werden, weil das Material bei den Minustemperaturen nicht trocknet. Um die Wände verputzen zu können, muss dann noch eine weitere Kleberschicht mit Gewebebahnen aufgebracht werden. Die Farbe für das Haus steht aber schon fest. »Hellgrau, und einige kleinere Flächen anthrazit, um Akzente zu setzen«, erklärt Melanie Ari.
Auch der weitere Innenausbau ist derzeit gestoppt. Zwar hat sich der Bauherr vom Schwiegervater einen großen Wärmelüfter ausgeliehen, aber der reicht nicht aus, um die notwendigen Temperaturen zu erzeugen. »Selbst wenn ich das Gerät durchgehend laufen lassen würde, wäre es zu kalt.« Schläuche und Kabel sind durch die Kälte zu hart, sie könnten beim Verarbeiten brechen.
»Aber es ist dennoch in den vergangenen Monaten viel passiert«, sagt Cem Ari. Er lässt den Blick durch das Innere des Hauses schweifen und ergänzt: »Es braucht nur extrem viel Zeit.« Etwa das Verputzen der Decken, vier Wochen hat er mit Unterstützung von Profis dafür gebraucht. »Das waren 250 Quadratmeter und es musste viel gespachtelt werden, allein hätte ich das gar nicht geschafft.« Und es ist der »ganz normale verrückte Alltag am Bau«, der ihn viel Zeit und Nerven kostet. Etwa die Termine für Gerüstbauer, Fensterbauer und Spengler zu koordinieren. »Überall muss man hinterher telefonieren und organisieren, das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, die dann zum Bauen fehlt.«
Als nächstes müssen – sobald es die Witterung zulässt – die Sanitärarbeiten abgeschlossen werden. Wenn die Wände verputzt sind, können auch die Schläuche am Boden und an den Wänden entlang für das Zuluft- und Abluftkanalsystem zur Wärmerückgewinnung verlegt werden. Das Installationsbuch hat die Gebäudesystemtechnik-Firma mitgeliefert. Der Bauherr: »Einfach wird das nicht, die Schläuche mit einem Durchmesser von 70 Millimeter dürfen sich nicht kreuzen.«
Trotz aller Widrigkeiten: Den Spaß am Abenteuer Hausbau hat die junge Familie noch nicht verloren. »Irgendwann wird es fertig, gut Ding will Weile haben«, sagt Cem Ari. Ehefrau Melanie hat sich auch damit abgefunden, dass sie die gut zwanzig Umzugskisten, in den sie im Mai bereits die Wintersachen verstaut hatte und die in der Garage der Eltern gelagert sind, nun teilweise wieder auspacken muss.
Sie freut sich auch schon auf die neuen Möbel für das Haus. »Wir haben schon alles ausgesucht, es muss nur noch bestellt werden.« Nur das Kinderzimmer wird von der Wohnung in Raunheim mit in den Blauen See genommen. »Die Räume in unserem Traumhaus sind deutlich größer, da müssen die Möbel angepasst werden«, erklärt die Bauherrin.
Töchterchen Liya freut sich, dass sie in dem Kindergarten In den Bachgärten, den sie seit dem Sommer besucht, »schon so viele Freundinnen gefunden hat.«
»Das Weihnachtsfest wird trotzdem schön«, ist Melanie Ari überzeugt. Die junge Familie wird bei den Eltern feiern. Mutter und Tochter wollen aber bereits anfangen, Dekoration für Weihnachten 2011 im eigenen Haus zu basteln. »Der erste Weihnachtsbaum im Traumhaus soll drei Meter sein hoch«, verrät Melanie Ari. Und so ein Prachtexemplar will schließlich geschmückt sein.
Quelle: Darmstädter Echo
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