
Auf die Baugenehmigung für ihr „Traumhaus“, das sie in der Philipp-Völker-Straße im Neubaugebiet Blauer See in Königstädten bauen wollen, wartet Familie Ari. Foto: Jens Etzelsberger
Quellr: Rüsselsheimer Echo: http://www.echo-online.de/region/ruesselsheim/-bdquo-Wir-wollen-jetzt-endlich-loslegen-ldquo-;art1232,1811002,C
Geduldsprobe: Familie Ari wartet noch auf die Genehmigung des Bauantrages – Rohbau könnte vor Wintereinbruch stehen
Rund 300 Bauplätze stehen im Baugebiet Blauer See in Königstädten zur Verfügung, mindestens 1000 Menschen können neu angesiedelt werden. Den Traum von den eigenen vier Wänden werden sich dort auch Melanie (32) und Cem Ari (32) mit Töchterchen Liya (4) erfüllen. Bei diesem „Abenteuer Hausbau“ wird das ECHO die junge Familie von der Auswahl des Grundstücks bis zum Einzug in das Eigenheim begleiten und in lockerer Folge darüber berichten.
Anstrengende Wochen „mit Teilerfolgen und Rückschlägen“ liegen hinter Melanie und Cem Ari. Eigentlich wollte das junge Ehepaar schon Ende September mit dem Bau des Eigenheimes beginnen, aber der Bauantrag war noch nicht genehmigt. Gestern gab das Bauamt endlich grünes Licht. Bis Mitte nächster Woche soll die Genehmigung vorliegen. Dann könnte umgehend der Bagger anrollen. Cem Ari: „Wir wollen jetzt endlich loslegen“.
Ausgesprochen zufrieden ist das Paar mit dem Abschluss der Finanzierung. Bei fünf Banken hatten sie Angebote eingeholt, „letztendlich sind wir bei der Hausbank geblieben“, berichtet Cem Ari. Dass sie solange gezögert haben, hat sich gelohnt: Der Zinssatz ist in der Zwischenzeit um ein Prozent gesunken. „Die Bank ist uns sehr entgegen gekommen, aber ein bisschen gepokert war das schon, das hätte auch anders ausgehen können“, räumt Melanie Ari ein. Nach der Zusage folgten zwei bange Wochen Wartezeit, dann hatte der Kreditvertrag die drei Prüfungsinstanzen passiert. „Das hat Nerven gekostet, man macht sich so seine Gedanken, denn es hängt ja alles davon ab.“
Inzwischen ist auch der Grundstückskauf mit dem Eintrag ins Grundbuch endgültig besiegelt. Ein dickes Lob spricht Cem Ari der Stadtentwicklungsgesellschaft Terramag aus, die die Erschließung und Vermarktung der städtischen Grundstücke treuhänderisch abwickelt: „Die leisten eine super Arbeit.“
Etwas komplizierter gestaltete sich die Korrespondenz um die Genehmigung des Bauantrages, denn die Wünsche der jungen Hausbauer stimmen nicht so ganz mit den Festschreibungen im Bebauungsplan überein. Sie haben daher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Abweichungsänträge zu stellen.
„In dem Satteldach haben wir einseitig eine eingeschnittene Terrasse geplant. Laut Vorgabe darf das Dach aber nur zu 40 Prozent offen sein, auf unseren Plänen ist es mehr“, erläutert Cem Ari. Zweiter Knackpunkt war der Abstand von der Garage zur Grundstücksgrenze. Für die Genehmigung der Abweichung um zwei Meter müsste der benachbarte Grundstücksbesitzer gefragt werden, aber das Grundstück ist noch nicht verkauft. „De facto ist die Stadt also der Besitzer und musste entscheiden.“ Cem Ari freut sich, dass es zu einer Einigung gekommen ist und attestiert den Mitarbeitern des Bauamtes viel Geduld und Entgegenkommen.
Dennoch hat er auch Kritik: Aus Sicht des Familienvaters hat die Stadt mit den Vorgaben „das Paket ziemlich eng geschnürt, das sind etwas altbackene Vorstellungen.“ Mehr innovativeres Bauen hätten sie sich gewünscht, ergänzt seine Frau und verweist auf die Neubaugebiete in Bauschheim und Trebur: „Dort gibt es eine Vielfalt an architektonisch ausgefallenen Bauten, auch mit mehr kubischen Formen.“
Das Ehepaar hat dennoch seinen Optimismus und die Begeisterung für den Eigenheimbau nicht eingebüßt: „Es gibt keine Probleme, die nicht lösbar wären, wir machen das Beste daraus und bauen immer noch unser Traumhaus.“
Von den drei Baufirmen, bei denen sich die beiden Angebote eingeholt hatten, hat eine Firma aus Mainz den Zuschlag erhalten. „Die stehen abrufbereit und könnten sofort anfangen.“ Sollte in den nächsten Tagen die Baugenehmigung erteilt werden, könnte bei einer Bauzeit von sechs bis sieben Wochen mit etwas Glück der Rohbau noch vor dem Wintereinbruch stehen, habe ihm die Firma versichert, so Ari. „Wir hoffen auf mildes Wetter bis Mitte Januar.“
Beim Innenausbau plant der Bauherr auch selbst Hand anzulegen, will dabei aber nicht übertreiben: „Ich lasse viel von Firmen machen.“ Für die kommenden Monate will sich das junge Paar einen Ratschlag zu Herzen nehmen, den sie am Rande von Verkaufsgesprächen bei der Baumesse in Wallau erhalten haben: „Es gibt nichts Schöneres, als ein eigenes Haus zu bauen. Man sollte die Zeit genießen, und sich nicht unter Druck setzen.“
Töchterchen Liya sieht das Ganze ohnehin gelassen und freut sich weiterhin vor allem darauf, „dass mir der Papa im Garten eine Schaukel baut.“
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