30.12.2006 Frankfurter Neue Presse - Lalunas Gespür für die Brasilianer und das Sommermärchen
Usinger Land - Ach, wie schön wäre es, man könnte in die Zukunft blicken! Es gibt sogar Menschen, die von sich behaupten, dass sie es können. Die TZ hat in der Ausgabe des 31. Dezember vergangenen Jahres die Wahrsagerin Laluna nach den Ereignissen des nun zu Ende gehenden Jahres gefragt. Heute überprüfen wir ihre Prognosen.

Richtig lag Laluna bei der wohl spannendsten Frage: Werden die Brasilianer Fußballweltmeister? Die Wahrsagerin traf den Nagel auf den Kopf mit ihrer Prognose, dass die Brasilianer zwar ein Spiel gewinnen, aber nicht Weltmeister werden. Auch die von Laluna vorhergesagte Leichtsinnigkeit konnte man bei den Spielen der vermeintlichen Wundertruppe bemerken – oder war es doch nur die mangelnde Motivation übersättigter Profis?

Zum Teil falsch war jedoch die Voraussage für den neuen Landrat des Hochtaunuskreises. Zwar ist Ulrich Krebs (CDU) zweifelsohne ein Mann und weist mit seinem Abitur an der Bischof-Neumann-Schule und dem anschließenden Studium in Frankfurt und Bonn eine hohe Ausbildung auf. Mit 38 Jahren gilt er in der politischen Klasse jedoch noch nicht als „Mann mittleren Alters“. Und eine Familie hat er auch noch nicht gegründet.

Richtig war Lalunas Einschätzung, dass Matthias Drexelius (CDU) dieses Jahr noch als Bürgermeister von Usingen amtieren wird. Ihre Prognose, dass er dieses Amt danach nicht mehr allzu lange ausüben werde, scheint sich jedoch nicht zu bestätigen. Ein Abschied von Drexelius steht nicht auf der Tagesordnung.

Über klingelnde Kassen, wie von Laluna prognostiziert, konnte sich Joachim Renz nicht freuen. Der Geschäftsführer des Hessenparks konstatierte jüngst einen Besucherrückgang von rund zehn Prozent für das zu Ende gehende Jahr. Der Grund ist klar: War es vor der Fußball-Weltmeisterschaft zu kalt, entschieden sich die Menschen in den knackig-heißen Sommermonaten zwischen Schwimmbad und Public-Viewing der Fußballspiele – der Hessenpark hatte das Nachsehen.

Recht hatte Laluna mit ihrer Prognose, dass sich die Entwicklung des Baugebiets Schleichenbach II als schwierig erweisen wird. So schwierig, dass der von ihr für den Herbst dieses Jahres vorausgesehene erste Spatenstich auch jetzt noch nicht ausgeführt ist. Immerhin hat die Stadt in der Terramag GmbH einen Vermarkter gefunden, der die Angelegenheit vorantreiben wird.

Daneben lag Laluna auch bei ihrer Vorhersage der neuen Apfelblütenkönigin: Melanie I. war bei ihrer Inthronisation mit 23 Jahren jünger als die von der Wahrsagerin prognostizierte „warmherzige Dame zwischen 25 und 35 Jahren“. In festen Händen befand sie sich zu diesem Zeitpunkt jedoch und wurde und wird als äußerst attraktiv eingestuft.

Der Optimismus ist in der Bevölkerung im zu Ende gehenden Jahr auf jeden Fall gestiegen – vielleicht sogar schneller als erwartet. Verantwortlich war zum einen natürlich das Sommermärchen in den Fußballstadien, aber auch der wirtschaftliche Aufschwung. Fragt sich nur, ob das auch mit der nun bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung zusammenhing. Gestern prognostizierte die in Nürnberg ansässige Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zum Beispiel einen Rückgang der Kauffreudigkeit für das erste Quartal 2007.

Gemischt war das Resultat auch bei den Prognosen für die Seniorenbetreuung in Weilrod: Zwar hat es in der Sache „Altenheim in Hasselbach“ kaum Bewegung gegeben, doch hat die Gemeindevertretung in der Frage des betreuten Wohnens in Rod an der Weil am 2. November immerhin einen symbolischen Spatenstich vollzogen: Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, alle notwendigen Schritte zu tätigen, damit im Frühjahr der Bebauungsplan geändert werden kann.

Kommen wir zu den Finanzen von Grävenwiesbach. Hier hatte Laluna einen langwierigen Prozess vorausgesagt, ehe es dem Haushalt der Gemeinde „finanziell einschneidend besser geht“. Eine Einschätzung, die von der Gemeindeverwaltung im Gespräch mit der TZ gestern bestätigt wurde. Neue Geldquellen seien bis dato noch nicht erschlossen, dafür habe man bei der Einschätzung der Einkommens- und Gewerbesteuer durchaus gut gelegen. Insofern hat es hier also keine bösen Überraschungen gegeben.

Fazit: Laluna hat mit ihren Vorhersagen zum Teil richtig gelegen. Oft waren die Prognosen allerdings auch sehr allgemein gehalten. Ein Gutes hat dieses Resultat jedoch: Es zeigt, dass, egal wie die Sterne stehen mögen, man noch immer des eigenen Glückes Schmied ist. (gst)

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