10.04.2008 Frankfurter Neue Presse - Taunus-Sparkasse überrascht – Bestes Ergebnis seit 10 Jahren
Bad Homburg - Trotz eines Konkurrenzkampfes in noch nie dagewesener Schärfe, eines schwierigen Zinsumfeldes und der verheerenden Vertrauenskrise der Banken untereinander ist es der Taunus-Sparkasse 2007 gelungen, das erfolgreichste Geschäftsjahr der vergangenen zehn Jahre hinzulegen. „Sie werden heute von mir keine Hiobsbotschaften hören“, sagte ein gut gelaunter Sparkassen-Chef Hans-Dieter Homberg gestern zum Auftakt der Bilanzpressekonferenz in Bad Homburg. Im Gegenteil, das öffentlich-rechtliche Institut hat weitaus besser abgeschnitten, als Homberg noch im Herbst prognostiziert hatte.

Das Betriebsergebnis nach Bewertung kletterte überraschend um 50 Prozent auf 21,4 Millionen Euro. Das lag vor allem am ausgezeichneten Risikomanagement der Taunus-Sparkasse: So gingen die Abschreibungen auf Wertpapiere trotz Finanzmarktkrise sogar leicht auf 2,3 Mio Euro zurück. Im Kreditgeschäft greifen die zuletzt eingeführten Rating-Verfahren, so dass unterm Strich nur noch 3,9 nach 10,5 Mio Euro abgeschrieben werden mussten. Als schöner Sondereffekt verbesserte ein Gewinn von 2,5 Millionen aus einem Zins-Sicherungsgeschäft das Jahresergebnis.

Auch auf der Kostenseite konnte Homberg Fortschritte vermelden. Der Abbau von 30 Verwaltungsstellen hat die Aufwendungen um rund 1,5 Mio Euro gedrückt. 807 Mitarbeiter zählt das Institut inzwischen. Langsam sei aber der Zeitpunkt gekommen, um wieder leicht aufzustocken, sagte Homberg, vor allem für die Bereiche Beratung und Vertrieb.

Die im Frankfurter Speckgürtel tätige Sparkasse ist besonders stolz auf ihr florierendes Wertpapiergeschäft. Mit einem Ertrag von über 10 Mio Euro aus Wertpapiergeschäften sieht sich Homberg als erfolgreichste hessische Sparkasse in diesem Geschäftsfeld. Überhaupt setzt das Taunus-Institut seit Jahren schon auf eine überdurchschnittliche Verbesserung des Provisionsergebnisses – auch 2007 wieder mit Erfolg. Der Provisionsüberschuss stieg von 24,9 auf 28,0 Mio Euro und konnte damit einen Teil des rückläufigen Zinsertrages kompensieren.

Das Zinsergebnis bleibt mit gut 70 (Vorjahr: 75) Millionen aber weiterhin die wichtigste Ertragssäule. Der harte Wettbewerb im Einlagen- wie im Kreditgeschäft habe die Margen aber zuletzt mehr und mehr schrumpfen lassen. So konnte die Sparkasse die Kundeneinlagen zwar leicht auf 2,5 Milliarden Euro erhöhen und damit das gesamte Kundenkreditgeschäft aus eigener Liquidität finanzieren. Homberg beklagte aber, dass man oftmals Konditionen anbieten musste, „die an der Schmerzgrenze liegen“. Doch in dem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb müsse man auch als Sparkasse „mal gegenhalten“.

Für das Klientel der Ärzte hat die Sparkasse eine neue Geschäftssparte eingerichtet. Seit Ende vergangenen Jahres kümmert sich ein Spezial-Betreuer um die besonderen Bedürfnisse dieser Kundengruppe. Man renne damit offene Türen ein.

Ausbauen wollen die Bad Homburger auch ihr Geschäft mit Kommunen, Bauträgern und Projektentwicklern. In der gewerblichen Immobilienfinanzierung wurde im Vorjahr ein stolzes Volumen von 235 Mio Euro erreicht. Die Taunus-Sparkasse sei an allen wesentlichen Projektfinanzierungen der Region beteiligt, macht der Sparkassen-Chef klar. So etwa an kommunalen Erschließungsmaßnahmen wie „Schleichenbach II“ in Usingen, den neuen Stadtkernen in Wehrheim, Kelkheim und Eschborn oder dem Louisen-Center in Bad Homburg.

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